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Shades of Grey

  • 6. Juli
  • 2 Min. Lesezeit

Nein – heute geht es nicht um das Knistern zwischen zwei Menschen oder Erotik. (Obwohl das vielleicht tatsächlich einmal ein spannendes Wild Woman-Thema wäre ;-)


Heute geht es um die vielen Grautöne des Lebens. Um die Fähigkeit zu differenzieren.


Lange Zeit bewunderte ich Menschen, die leidenschaftlich ihren Standpunkt vertraten und jedes Gegenargument scheinbar mühelos zerschmetterten. Selbst wenn ich ihre Meinung teilte, konnte ich gleichzeitig auch die Perspektive der anderen Seite sehen. Ich verstand ihre Beweggründe, ihre Ängste und ihre Hoffnungen – und tat mich deshalb schwer damit, eindeutig Partei zu ergreifen.


Ich hielt das lange für eine Schwäche. Manchmal empfand ich mich sogar als Opportunistin, als Windfahne ohne klare Haltung.


Erst viel später erkannte ich, dass genau das Gegenteil der Fall war.

Ich hatte sehr wohl eine klare Haltung. Ich kannte sie nur noch nicht bewusst.


Mit Anfang vierzig absolvierte ich die Ausbildung zur Mentaltrainerin. Durch einfache, aber erstaunlich wirkungsvolle Übungen begann ich, meine Glaubenssätze zu hinterfragen und mein eigenes Wertesystem freizulegen. Zum ersten Mal wurde mir bewusst, dass meine Werte mein innerer Kompass waren. Sie ermöglichten es mir, zwischen Schwarz und Weiss meinen ganz eigenen Weg zu finden – klar, authentisch und ohne in Extreme zu verfallen oder Grenzen anderer zu überschreiten.

Je deutlicher ich meine Werte kannte, desto leichter wurden Entscheidungen. Das diffuse Gefühl von Unsicherheit wich einer tiefen Gewissheit, auf meinem eigenen Weg zu sein. An seine Stelle traten Souveränität, innere Ruhe und Gelassenheit – ein Grundgefühl, das mich bis heute begleitet.


Gerade in unserer heutigen Zeit scheint diese Fähigkeit immer seltener zu werden. Die lautesten Stimmen erhalten die grösste Aufmerksamkeit. Extreme dominieren den öffentlichen Diskurs, während Differenzierung oft als Schwäche missverstanden wird. Dabei entstehen viele Konflikte genau dort, wo nur noch Schwarz oder Weiss gesehen wird – als gäbe es keine anderen Möglichkeiten mehr.


Ich glaube jedoch, dass wahre Stärke nicht darin liegt, besonders laut zu sein. Sie liegt darin, den eigenen Werten treu zu bleiben, ohne andere abzuwerten. Sie liegt darin, Grautöne auszuhalten, unterschiedliche Perspektiven zu verstehen und dennoch den eigenen Weg entschlossen weiterzugehen.


Genau darum geht es an unserem Portaltag «Hildegard» im November.

Wenn auch du deinen inneren Autopiloten neu kalibrieren und deinem Kompass mehr Stabilität verleihen möchtest, dann begleite uns auf dieser Reise. Du wirst lernen, deiner eigenen Wahrheit zu vertrauen, Entscheidungen mit Klarheit zu treffen und deinen Weg differenziert, bewusst und konsequent weiterzugehen – auch dann, wenn die Welt um dich herum nur Schwarz oder Weiss sehen will.


Geniesse den Sommer mit seinem intensiven warmen Licht … und seinem kühlen grauen Schatten


 
 
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