Epigenetik: Du bestimmst mit deiner Ernährung, welche deiner Gene aktiv sind!
- 17. Mai
- 3 Min. Lesezeit
Als Anfang der 2000er-Jahre das Human Genome Project das menschliche Genom vollständig entschlüsselte, war die Überraschung gross. Aufgrund der Komplexität des Menschen hatte man über 100 000 Gene erwartet – gefunden wurden jedoch nur rund 20 000 bis 23 000 proteinkodierende Gene. Also ungefähr so viele wie eine Maus besitzt. Selbst ein Fadenwurm hat nicht dramatisch weniger Gene als wir Menschen.
Hinzu kam: Unsere DNA ist zu 98–99 % mit jener des Schimpansen identisch, und sogar mit Fruchtfliegen teilen wir grundlegende Zellmechanismen. Viele biologische Prozesse des Lebens sind evolutionär uralt und erstaunlich ähnlich aufgebaut.
Trotz dieser Erkenntnisse suchte man lange weiter nach einzelnen „Verursacher-Genen“: dem Krebsgen, dem Alzheimergen oder dem Adipositasgen. Doch die Realität erwies sich als deutlich komplexer. Gleichzeitig entstand in der Öffentlichkeit zunehmend die Vorstellung, unseren Genen hilflos ausgeliefert zu sein – schliesslich seien sie vererbt und unveränderlich.
Heute wissen wir: Die Komplexität des Menschen entsteht nicht allein durch die Anzahl der Gene, sondern vor allem dadurch, wann und wie Gene aktiviert werden. Ein einzelnes Gen kann verschiedene Proteine hervorbringen, und unser Körper funktioniert nicht wie eine Ansammlung isolierter Bausteine, sondern als hochvernetztes biologisches System.

Epigenetik – die Macht über unsere Gene
Und genau hier kommt die Epigenetik ins Spiel.
„Epi“ bedeutet „über“. Epigenetik beschreibt jene Mechanismen, welche beeinflussen, welche Gene aktiv sind – und welche nicht. Unsere Lebensweise spielt dabei eine zentrale Rolle: Ernährung, Bewegung, Schlaf, Stress, Umweltfaktoren und sogar unsere Gedanken beeinflussen biochemische Prozesse im Körper.
Dass chronischer Stress und negatives Denken hormonelle und entzündliche Prozesse verändern können, ist heute gut dokumentiert. Ebenso weiss man, dass Bewegung zahlreiche positive Signalstoffe freisetzt, die Stoffwechsel, Gehirn und Immunsystem unterstützen.
Arbeiterin oder Königin? Die Nahrung bestimmt es!
Wie unglaublich mächtig Ernährung in epigenetischen Prozessen sein kann, zeigt ein Blick zu den Bienen: Die zukünftige Königin wird während ihrer Entwicklung dauerhaft mit Gelée Royale gefüttert — einem speziellen Futtersaft, den Ammenbienen produzieren.
Arbeiterlarven erhalten diesen Futtersaft nur ganz kurz und danach normales Bienenfutter aus Pollen und Nektar. Sie bleiben klein, leben nur wenige Wochen bis Monate und sind unfruchtbar. Die Königin hingegen wird gross, entwickelt voll ausgebildete Eierstöcke und lebt 3–5 Jahre lang.
Das spezielle Futter beeinflusst biochemische Prozesse, die Gene an- oder abschalten. Besonders wichtig sind dabei sogenannte DNA-Methylierungen undHiston-Modifikationen.
Das sind chemische Markierungen an der DNA beziehungsweise an deren Verpackungsproteinen. Sie verändern nicht den genetischen Code selbst, aber sie beeinflussen:
• welche Gene gelesen werden• wie stark sie aktiv sind• und wann sie aktiviert werden
Diese unterschiedliche Ernährung verändert somit die Genaktivität – und damit auch Erscheinungsbild, Fruchtbarkeit und Langlebigkeit massiv.

Auch wir können unsere Genaktivität beeinflussen
Ich hatte das Glück, genau dieses Wissen für den Menschen bei jenem Mann zu lernen, der einen grossen Teil seines Lebens damit verbracht hat, diesen Mechanismus zu erforschen: Dr. Markus Rohner, Lebensmittel-Ingenieur der ETH Zürich, hat während vieler Jahre die biochemischen Eigenschaften einzelner Lebensmittel sowie deren Auswirkungen auf Stoffwechselprozesse analysiert. Daraus entstand ein Algorithmus, der individuelle Körper- und Blutdaten berücksichtigt und daraus personalisierte Ernährungsempfehlungen ableitet. Dieses Konzept nennt sich Epigenetic Balance.
Das Ziel dabei ist nicht kurzfristige Optimierung, sondern ein Stoffwechsel, der langfristig stabil und gesund funktioniert und uns ein Maximum an Energie liefert, statt Fett- und Giftstoffe einzulagern.
Die EPI-Methode sieht Essen nicht nur als Kalorie oder „Treibstoff“ für den Körper. Sie nutzt die vielen wertvollen Inhaltsstoffe von Lebensmitteln gezielt für ein gesünderes Leben. Ziel ist es, aus der Vielfalt der Lebensmittel so auszuwählen, dass sie den Körper dabei unterstützen, sich optimal zu entfalten und messbar gesünder zu werden.
Wir freuen uns riesig, diese Methode am kommenden Seminar Frida am 13. Juni vorzustellen – wo es um Heilung, innere Wahrheit, Akzeptanz und Verbundenheit geht. Es gibt noch genau einen Platz, schnapp ihn dir!



